Renteninformation verstehen
Stand: Oktober 2026
Einmal im Jahr schreibt dir die Rentenversicherung, wie viel Rente du später ungefähr bekommst. Der Brief ist eine Information. Du musst nichts zahlen und keine Frist beachten. Ein Blick lohnt sich trotzdem.
Musterbrief
Buchenstraße 4
12345 Musterstadt
Ihre Renteninformation 2026
Sehr geehrte Frau Muster,
mit dieser Renteninformation möchten wir Sie über Ihre bisher erreichten Rentenansprüche informieren. Grundlage sind die Daten, die bei uns gespeichert sind.
Rente wegen voller Erwerbsminderung: 1.021,30 €
Höhe Ihrer künftigen Regelaltersrente aus den bisherigen Beiträgen: 548,70 €
Wenn Sie bis zur Regelaltersgrenze Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre zahlen: 1.296,15 €
Die Beträge sind monatliche Bruttobeträge. Von der Rente werden noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen, gegebenenfalls auch Steuern.
Bitte prüfen Sie Ihren Versicherungsverlauf. Wenn Zeiten fehlen, wenden Sie sich an uns.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Rentenversicherung (Muster)
Erfundener Absender, erfundene Namen. So oder ähnlich sieht der Brief oft aus.
Was bedeutet der Brief?
Die Renteninformation kommt jedes Jahr, wenn du mindestens 27 Jahre alt bist und schon einige Jahre Beiträge gezahlt hast. Sie zeigt drei Zahlen: die Rente, wenn du nicht mehr arbeiten kannst, die Rente aus deinen bisherigen Beiträgen und eine Schätzung, wenn du so weiterarbeitest wie bisher.
Der Brief ist kein Bescheid. Du kannst und musst keinen Widerspruch einlegen. Die Zahlen sind auch kein Versprechen: Sie ändern sich, wenn sich dein Einkommen oder die Rentenwerte ändern.
Die Beträge sind brutto. Später gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung ab und eventuell Steuern.
Fristen
- Es gibt keine Frist. Du musst auf den Brief nicht antworten.
- Fehlen Zeiten in deinem Versicherungsverlauf, kläre das lieber früh. Je länger es her ist, desto schwerer findest du Nachweise.
Was du tun kannst
- Heb die Renteninformation auf, am besten zusammen mit denen aus den Vorjahren.
- Fordere deinen Versicherungsverlauf bei der Rentenversicherung an, falls er nicht beiliegt. Darin steht jede gespeicherte Zeit.
- Prüf, ob Lücken drin sind, zum Beispiel Ausbildung, Kindererziehung, Arbeitslosigkeit oder Arbeit im Ausland.
- Fehlt etwas, schick Nachweise wie Arbeitsverträge, Zeugnisse oder Geburtsurkunden an die Rentenversicherung. Das nennt man Kontenklärung.
- Kostenlose Hilfe gibt es bei den Beratungsstellen der Rentenversicherung und bei Versichertenberatern in deiner Nähe.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Jeder Brief ist anders: Fristen und Beträge gelten so, wie sie in deinem Brief stehen. Bei Fragen hilft eine Beratungsstelle.
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